Eingeläutet wird das ganze Wochenende indem wir, wie Dani schon schrieb, Donnerstag nachmittag gemütlich in der Sonne lagen und versuchten noch etwas Farbe zu bekommen.
Freitag früh hole ich Brötchen zum Frühstück und lieb wie ich als angehender Ehemann bin bringe ich der Frau auch etwas Medizin aus der Apotheke mit. Der Tag vergeht entspannt und unaufregend, abends gibt es ein leckeres Grillbuffet in Karow und gegen 22.00 Uhr sind wir zurück. Noch schnell dem Schwesterherz samt Männe 'Hallo' gesagt, als der Trauzeuge schon drängelte wo ich bleibe, ich hätte doch gesagt ich sei bis 21.00 Uhr bei ihm und mich mehrfach vergebens versuchte telefonisch zu erreichen. Schließlich waren wir doch noch im Bootshaus eines Kumpels verabredet um wenigstens noch ein gut gekühltes Junggesellenabschiedsbierchen zu trinken, wenn es schon keinen -abschied gab. Um punkt 22.30 Uhr traf ich dann, durch Indi gefahren, an besagtem Bootshaus ein, man sorgte sich und ich klärte auf, dass ich sagte, dass ich definitiv nicht vor 21.00 Uhr da wäre. Indi fuhr wieder und parkte das Auto etwas ungünstig – das Resultat: ein Strafzettel am Hochzeitstag. Das hat bestimmt auch nicht jeder.

Kurz nach 0.00 Uhr lagen dann auch Trauzeuge und Bräutigam im Bett, wobei letzterer eher schlecht als recht schlief; aufgeregt war er wie nie im Leben...
Der Wecker war auf 9.00 gestellt, wach war ich allerdings um 8.00 also wurde erstmal ausgiebig gefrühstückt, bis der Magen voll war, wer weiß wann es wieder was geben würde.

Nach und nach wurde sich fertig gemacht, wir hatten Zeit … viel Zeit. Also begibt man sich noch ins Internet und schaut was es neues gibt, nur die Nervosität will und will nicht enden.
11.15 Uhr, ob wir nun auf dem Hof rumstehen oder vorm Standesamt macht keinen Unterschied, also rollen wir nach Hause mein Blumengesteck holen und flux weiter zum Rathaus.
Dort sind schon die ersten Gäste, die Standesbeamtin kontrolliert die Ausweise, ob auch die richtigen Personen heiraten und nach und nach trifft auch der Rest der Gesellschaft ein, als plötzlich ein Hupen ertönt und ich ins Trauzimmer verwiesen werde...
Die Musik ertönt und ehe ich mich versehe und richtig drauf vorbereitet war stehen auch schon Braut und Schwiegervater neben mir. „Hiermit überreiche ich dir meine Tochter, behandle sie gut!“
Wir setzen uns und das erste Lied nimmt irgendwie kein Ende, gefühlte 8 Minuten geht es bis die Standesbeamtin loslegt und eine schöne Rede hält. Am Ende darf ich Dani den Ring aufstecken und sie küssen. Nichts lieber als das.

Es folgen viele Glückwünsche, der überwiegende Teil der weiblichen Gäste weint, auch ich bin den Tränen verdammt nahe und das sollte am Tag noch wesentlich öfter der Fall sein.
Also auf zur Feier! Wir steigen ins Auto, wo uns bereits zwei Gläser, gekühlter Sekt sowie diverse Kissen und Decken erwarten und so rollen wir Sekt trinkend, hupend und freundlich winkend durch die Stadt bis wir am Schloss ankommen, wo alle Spalier stehen. Der Direktor begrüßt uns mit Brot und Salz und es werden diverse Glückwünsche übermittelt, Geschenke überreicht und auf der Terrasse wird über die Zeremonie geplaudert. Mit zwei kurzen Sätzen heiße ich alle ganz herzlich willkommen, freue mich, dass auch alle erschienen sind und so geht es ans Kuchenbuffet. Einfach lecker, da kann man nichts mehr zu sagen.
Es folgten ein paar Spiele, bei denen ich übrigens ziemlich beschämend abschnitt; es wurden diverse Fotos an allen möglichen Stellen und in diversen Variationen geschossen und ehe ich mich versah war es auch schon wieder an der Zeit das Abendbuffet zu eröffnen. Selbiges war einfach ein Traum und so schlug ich zu bis nichts mehr passte.
Die Eltern und Geschwister ließen es sich nicht nehmen ein paar zu Tränen rührende Worte zu sagen und wir begannen mit dem Eröffnungstanz. Ich wirkte etwas konzentriert, aber im Großen und Ganzen brachten wir das fehlerfrei über die Bühne.
Die Stimmung ist super, es wird gespielt, gelacht, getanzt, getrunken und gestaunt. Die Zeit vergeht wie im Fluge und um 0.00 Uhr bringt der Hoteldirektor unsere offizielle Hochzeitstorte. Muss ich noch sagen, dass sie einfach lecker war?

Gegen 2.00 Uhr sind wir dann aber auch geschafft und versuchen uns klammheimlich auf das Zimmer begeben, nicht jedoch ohne noch einen letzten Tanz hin zulegen.
Ich überlege noch kurz samt Sekt in die Badewanne zu steigen, beschließe dann aber doch, dass ich aus selbiger wohl nicht mehr hoch käme und so begeben wir uns ins Bett.
Am nächsten morgen ist der Frühstückssaal schon gut gefüllt, wir fragen noch scherzhaft wo denn unser Fotoalbum bleibt, als wir, sehr zu unserer Verwunderung, tatsächlich eines in die Hand gedrückt bekommen. Respekt!
In lockerer Atmosphäre wird ausgecheckt, sich verabschiedet und zwei Autos voll ausschließlich mit Geschenken beladen.
Auf dem Rückweg lasse ich das eine und andere nochmal kurz Revue passieren und erfreue mich daran auf der wohl schönsten Hochzeit jemals gewesen zu sein, woran auch die Gäste einen nicht unerheblichen Anteil hatten. Merci
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