Dienstag, 16.06.2009, 22.00 Uhr
Der letzte Arbeitstag. Feierabend. Als die Kollegen sich von Frau M. verabschieden wird mir bewusst, dass da irgendwas kommen sollte.
Mittwoch, 17.06.2009
Ich habe frei und wir fahren nach Plau, dem Ort wo alles passieren sollte. Die Taschen sind gepackt. Die Sonne scheint, ich bin total relaxed und sitze den ganzen Tag im Garten in der Sonne.
Die ersten Gäste kommen an.
Donnerstag, 18.06.2009
Die Braut lässt sich hübsch machen, geht zum Friseur. Anscheinend ist schon die halbe Hochzeitsgesellschaft in Aufruhr. Zumindest bekomme ich an dem Morgen vom Friseur schon mal viele Grüße von der Oma bestellt, sie sei schon da gewesen zum hübsch machen. Und noch eine vertraute Stimme. Ach der Trauzeuge lässt auch noch mal nachschneiden.
Mittags hat dann auch endlich der Bräutigam Urlaub und wir verbringen den Nachmittag lässig auf der Wiese im Garten. Den Abend bleibe ich bei meinen Schwiegereltern, der Bräutigam drückt sich
Freitag, 19.06.2009
Da haben wir den Salat, die Braut wacht auf und hat eine Blasenentzündung. Der Morgen ist grau und diesig. So ist auch mein Gemüt, denn alles was ich jetzt brauche ist eine schmerzhafte Blasenentzündung am wichtigsten Tag im Leben. Sorgsam wie der Bräutigam ist, fährt er zur Apotheke und versorgt mich mit „kleinen Helfern“. Meine Vorfreude auf die Ankunft meiner Familie kommt dann aber doch schnell zurück. Was für ein Tohuwabohu als sich plötzlich 12 Mann zweier Familien im kleinen Flur in Plau treffen. Nach der ersten „Auflösung“ gibt es lecker Käffchen und meine Familie zieht noch ein wenig durch Plau. Die Braut sitzt mit Tee und Heizkissen zuhause unter der Decke... na Mahlzeit!
Abends fahren wir dann nach Karow. Ein gemütlicher Abend mit der Familie im Gewölbekeller, ich trinke nur Kräutertee. Gegen 22.00 Uhr zieht das Brautpaar sich zurück, in Plau waren schließlich die nächsten Gäste zu begrüßen und der Bräutigam schlief die letzte Nacht vor Ultimo auswärts.
In Plau habe ich dann noch bis halb 12 bei meiner Schwiegerfamilie gesessen, immer noch relaxed. Das änderte sich nur kurz, als ich die letzte Nacht allein mit einer Spinne an der Wand verbringen musste. Ist der Mann EINMAL nicht da!!!
Samstag, 20.06.2009, 8.30 Uhr
Augen auf, es ist soweit! Na endlich. Blauer Himmel, die Sonne lacht. Ich gehe duschen und freue mich darüber, wie gut ich geschlafen habe. Um 9.00 Uhr sollte es eigentlich Frühstück geben. Keiner rührt sich im ganzen Haus. Ich habe keine Lust was vorzubereiten, ich bin doch heute Braut

Setze mich mit einer Tasse Tee raus in die Sonne und genieße den Morgen. So langsam tut sich was im Haus - aaah, endlich Frühstück! Ich habe einen Bärenhunger.
10.00 Uhr kommt meine Schwester und kurz danach die Friseurin. Prosecco, Lockenwickler und ein Blitzlichtgewitter wie auf dem roten Teppich. Bin ich ein Star? Das Wohnzimmer war in Brauthand.
Rein ins Kleid, schick sieht sie aus. Nach und nach gucken alle mal um die Ecke, das Brautauto steht auch schon vor der Tür. Langsam kribbelt es im Bauch.
12.30 Uhr der Trauzeuge fährt vor. Auf dem Beifahrersitz mein Liebster. Ich sehe zwar kaum mehr als seine weiße Kragenspitze durch das Wohnzimmerfenster und doch bin schon fast den Tränen nahe. Er kommt also!!!
12:45 Uhr dann wollen wir mal. Ab mit Papa in das tolle Auto. Vor dem Standesamt ein paar Schaulustige und die Fotoschar. Raus aus dem Auto, natürlich an Papas Seite. Ob die Leute denken ich heirate den... ähm... reifen Mann?!
Die Standesbeamtin begrüßt mich, es läuft alles wie ein Film ab. Die Musik ertönt, ich schreite rein, sehe niemanden rechts und links und da lief es schon los. Verdammt ich will doch nicht weinen. Egal, heut ist dein - nein UNSER Tag!
Die Rede, ja was hat sie nur geredet? Sie hat doch geredet, oder? Ich sage es ja, ein Film. Ruckzuck habe ich den Ring auf, schreibe zum ersten mal meinen neuen Namen. Jetzt bin ich Frau K. und ich bin glücklich. Die Gäste anscheinend auch, Umarmungen, Glückwünsche, Blumen, Fotos... Hab ich schon erwähnt wie toll der Bräutigam aussieht?
Per Hupkonzert geht es nach Karow, auch da ein toller Empfang unserer lieben Gäste. Brot, Salz und „Mecklenburger Wasser"... schon klar. Hier geht das Gratulieren weiter. Ich kann gar nicht so schnell begreifen und verarbeiten wie viel Mühe sich alle geben.
Sektchen auf der Terrasse, der wievielte ist das heute eigentlich? Käffchen, Spiele, Fotos, Geschenke... Was ist das schon 19 Uhr?
Auf in den Festsaal, die Türen öffnen sich, Ich bin begeistert wie schön der Saal ausschaut. Und endlich wieder was zu essen. Zuvor noch viele liebe Worte der Brauteltern, Trauzeugen, Schwestern. Das Kochbuch, eine tolle Idee, die Hochzeitszeitung - auf den Punkt. Wie gut man uns kennt. Ich muss schon wieder weinen.
Das Buffet ist eröffnet, man schmeckt das gut. Zufrieden und glückselig haue ich mir einen Gang nach dem anderen auf den Teller. So langsam strämmt die Corsage. Ich werde wohl aufhören müssen. Schließlich steht gleich der Walzer an.
Unser Lied ertönt, erstmal etwas wippen, die Gäste tuscheln schon „soll das der Tanz sein?“ Eins, Zwo, Drei... los geht’s. Wie sagte der Bräutigam beim üben immer so schön:
Wiiiie – ge – schritt, Wiiiie – ge – schritt! Auch das wäre geschafft.
Auch wenn ich sie vorher nie gespürt habe, die Anspannung fällt nun doch merklich ab, alles ist bestens. Das sagen auch die Gäste. Zweimal getanzt (also gefühlte zweimal) dann war es schon Mitternacht. Fast vergessen, das Mitternachts-Highlight. Die Torte. Mit Feuerfontänen durch den Hoteldirektor in den Saal getragen. Mjamm, die Braut strahlt. Gut dass der Bräutigam den Brauch mit der Hand beim Anschneiden nicht kennt. Somit hat die Braut in Zukunft das Sagen
02.00 Uhr ich bin müde, der Tag war lang. Ich will ins Bett, ihr wisst ja mein Lieblingshobby. Ich meine Schlafen. Schnell noch ein paar Glückwunschkarten eingepackt. Der Bräutigam liest mir im Bett noch die Karten vor...
Sonntag, 21.06.2009, 08.30 Uhr
Ich schlage die Augen auf. Wo bin ich? Ach... Karow. Die Gedanken kreisen. Ich darf heute kein weißes Kleid mehr tragen. Schade. Blick nach rechts. Er schläft noch tief und fest. Ich schleiche über die knarrenden Holzdielen. Ein unverständliches Grummeln kommt aus der anderen Betthälfte. Ich schleiche zurück ins Bett. Guten Morgen mein Ehemann. Ich bin nur kurz sentimental, dass alles vorbei ist.
Aufstehen, duschen, ab zum Frühstück. Ein freudiges Raunen geht durch den Frühstückssaal, als wir ihn betreten. Hier und da noch ein paar kleine und große Überraschungen. Ja hört denn das nie auf? Macht nichts. Die ersten Bilder... ich bin baff!
Dann heißt es Abschied nehmen, vom Schloss. Aber nicht von den tollen Erinnerungen.
Am Nachmittag packt das frischvermählte Paar über 3 Stunden Geschenke aus. Wir werden immer stiller und ungläubiger. Ein Wahnsinn, diese Ideen, diese liebevollen Worte, die witzigen kleinen Anekdoten, das viele Geld. Kopfschütteln.
Auch heute, wo ich die Worte niederschreibe, sitze ich noch kopfschüttelnd vor dem PC. Wie alles anfing und wie es heute ist. Ich bin glücklich! Vielen Dank.