Es ist noch dunkel, doch wir sind schon hellwach. Die Uhr zeigt zwar erst 5.30 Uhr, in Deutschland ist aber schon Mittag. Wir sehen uns an und lachen. Ja wir sind in Havanna.
Da fällt mir ein, dass heute noch etwas besonders ist. Mein Mann hat seinen 30. Geburtstag. Ich stürme zum Koffer und hole sein Geschenk. Er packt aus, freut sich unglaublich und verdrückt sogar ein Tränchen.
Wir gehen frühstücken. Im Frühstücksraum spielt eine Liveband. Wir hören zum ersten Mal handgemachte kubanische Musik und swingen mit.
Gespannt auf die Dinge die heute kommen sollten, treffen wir zum verabredeten Zeitpunkt auf unseren Reiseleiter in der Lobby. Kay ist ca. 45 Jahre alt und vor 20 Jahren der Liebe wegen aus Deutschland nach Kuba ausgewandert. Spricht daher noch gut deutsch, weiß aber in Kuba bestens bescheid. Unsere Gruppe ist klein, wir sind 8 Leute plus Reiseleiter... sehr entspannt.
Als erstes fahren wir zum Capitol, welches doch sehr an das Capitol in Washington D.C. erinnert. Es wurde 1912 ursprünglich als Regierungssitz gebaut, ist heute aber ein Kongresszentrum und für die Öffentlichkeit zugänglich.

Weiter führt uns der Weg zum Revolutionsplatz. Der Platz hat ca. 72.000 m² und wird heute für Konzerte und Festreden etc. genutzt. Fidel Castro hielt hier regelmäßig vor bis zu 1 Mio. Menschen seine Reden. In der Mitte des Platzes ragt ein beeindruckendes 109m hohes Denkmal.
Auch an diesem Platz prangen Ché und Fidel von der Häuserwand:
Von da aus geht es zur Tabakfabrik. Wir dürfen leider keine Bilder machen, bekommen aber eine sehr interessante Führung durch eine noch aktive Zigarrenfabrik. Können den Leuten beim Drehen über die Schulter schauen. Dieses Handwerk ist schon beeindruckend.
Als nächstes steht das Havanna Club Rum Museum auf dem Plan. Anders als bei der Tabakfabrik wird hier nur die Rumherstellung für die Touristen nachgestellt - also kein echter Rum gebrannt.

Die Führung endet mit einer Verköstigung. Es gibt im Shop auch einen Rum, der 1.700 US Dollar kostet - der liegt aber hinter Glas
Dann führt unser Reiseleiter uns bei einem ausgedehnten Spaziergang durch Havannas Altstadt. Hier einfach ein paar Impressionen:
Das Stadmuseum mit einem wunderschönen Innenhof:

Auch in Havanna gibt es eine Christusstatue:
Der Leuchtturm:
Das Straßenbild:

Abends gehen wir dann noch auf den Malecón - die Uferstraße mit Steinmauer, an der die Kubaner abends und nachts sitzen, aufs Meer blicken und so den Frust des Tages vergessen. Die Sonne geht unter. Traumhaft. Ronaldo genießt zur Feier des Tages eine Zigarre.
Der erste Tag vergeht im Flug. Havanna ist unbeschreiblich. Ein Flair welches uns echt beeindruckt. Ché Guevara und Fidel Castro werden verehrt. Alle paar Meter wird man mit Sprüchen und Bildern von ihnen daran erinnert. An jeder 2. Häuserecke steht jemand der Musik macht und sobald die Kubaner Musik hören fangen sie mitten auf der Straße an zu tanzen. Diese Menschen haben einen sehr niedrigen Lebensstandard und strahlen dennoch eine solche Lebensfreude aus. Ein dünnes Scheibchen davon täte uns allen gut.
Wir sind platt und schlafen wie die Kieselsteine.