In diesem Jahr ist ja in der alten Zuckerfabrik in Rostock richtig was los und so standen gestern Vader auf dem Plan.

Beginn sollte laut Eintrittskarten um 21:00 Uhr sein und so traf ich mich mit Ivo um fünf vor auf dem Parkplatz.
Als erstes spielten
Ambrace, auf die ich sehr gespannt war, da deren Demo sehr vielversprechend klingt. Leider begannen die Jungs überpünktlich und wir hörten nur noch den letzten halben Song.

Danach waren
Divine Chaos an der Reihe. Die Briten spielen schönen soliden Deathmetal, mit progressiven Elementen, der mich bei einigen Soli irgendwie an Tool denken ließ. Beim Anblick des Sängers hatte man das Gefühl einen Löwen im Käfig zu beobachten, ständig agil von links nach rechts flitzend, jeden freien Zentimeter nutzend und bestialisch beim Gesang. Das Publikum zollte ersten Respekt, wobei die Zuckerfabrik insgesamt aber doch noch recht leer war, ich erwartete eine ähnliche Fülle wie zu Six Feet Under, aber da sollte ich mich mächtig geschnitten haben...
Ein Blick auf den Merch-Stand offenbarte humane T-Shirtpreise (15,-€) und das Bier lief trotz der Kälte draußen ganz gut.
Dem folgten
As You Drown aus Schweden. Das Herkunftsland versprach gutes, aber die Musik der Jungs entpuppte sich dann als das, was man wohl gemeinhin Modern Death Metal nennt. Etwas zu metalcorelastig für meinen Geschmack, aber mit guten Ansätzen. Dem Publikum gefiel es zunehmend besser, aber zu meinem Glück scheint die große Metalcorewelle wieder etwas abzuebben.
Nun betraten
Vader die Bühne, alle die da waren waren da und trotzdem war die Halle nur zur Hälfte gefüllt. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch und so stiegen die Mannen um Piotr „Peter“ Wiwczarek mit Devilizer vom aktellen Album ein. Da bei mir schon seit drei Wochen die XXV und Necropolis hoch und runter laufen war ich songtechnisch auch bestens präpariert. Zwischendurch musste ich leider aufs Klo, stellte dabei aber erfreut fest, dass der Ton aus der Halle rüber auf die Boxen im "Gastraum" gelegt wurde, so dass ich quasi nichts verpasste, feiner Zug vom Tontechniker.
Da ich es mit dem Merken von Setlisten nicht so habe muss ich die an dieser Stelle leider weg lassen, aber gesagt sei, dass es gepflegt die Rübe zu schütteln gab, sich vereinzelt Moshpits auftaten und es alles in allem ein großartiger Auftritt, wenn auch für meinen Geschmack etwas zu kurz, war. Dabei stellte sich mir auch die Frage, ob es eigentlich Zynismus oder Sarkasmus ist, wenn ausgerechnet eine polnische Band ihre Tour Blitzkrieg 5 nennt.

Da ich am Ende noch genau fünfzehn Euro über hatte kam ich nicht umhin doch noch einmal zum Merch-stand rüber zu gehen.