Nachdem ich noch mit leckerem Pils abendbroteten ging es um 20.00 Uhr los gen Alter Zuckerfabrik. Dort angekommen durfte ich vom Einlass aus nochmal zum Auto zurücktraben um mein Geld zu holen; davon wieder zurück kamen Karsten und Jan um die Ecke, noch kurz beschlossen ein Pils zu trinken und so dackelte ich ein zweites mal zurück zum Auto, das restliche Bier holen. Dann war Ivo auch schon da und so gings rein...
Die Zuckerfabrik ist ja nun ein ganz schöner Schuppen, Klos und Garderobe sind ein Gebäude weiter, der Konzertsaal an sich besteht aus vier Betonwänden mit einer Tür drin. Trotz dessen war der Sound sämtlicher Bands aber schwer in Ordnung.
Den Anfang machten
Black Out Beauty aus Luxemburg, mit denen ich aber gar nichts anfangen konnte. Extremes Gekreische, dann wieder ordentliche Growls und dazu Breakdowns ohne Ende; zu viel Metalcore. Zwischendurch immer mal kurze anleihen aus dem Reggae, die zwar nicht so recht passen wollten aber immerhin erklärten, warum der Sänger mit Hut und Sonnenbrille auf der Bühne stand.
Weiter ging es mit den Österreichern
Lost Dreams, die diesbezüglich schon etwas besser waren, aber in der Summe auch nicht wirklich überzeugen konnten. Für mich klang es allenfalls durchschnittlich, aber das Publikum ging gut mit, es gab auch schon vereinzelt Beifall.
Und dann kamen die Finnen von
Craniumblast ... vom Sänger noch mit "This isn't disco music!" angekündigt stellte sich schnell gegenteiliges heraus. Extrem viele und vordergründige Keyboardleads, die eher nach 80er-Jahre-Synthipop als nach Melodeath klangen. Das gefiel dem Publikum irgendwie genausowenig und so gab es nach drei oder vier Songs Buh-Rufe und konsequenter Weise wurde dann auch der Vorhang zugezogen. Bleibt für die Jungs zu hoffen, dass sie heute abend in Berlin besser punkten können.
Irgendwer hatte als die anfingen gesagt, dass das schon Illdisposed wären, Ivo und ich hatten die aber ganz anders in Erinnerung und so war er schon kurz davor mir seine Illdosposed-Scheiben zu überlassen. Das ganze klärte sich dann aber auf und so betraten die echten
Illdisposed die Bühne. Sänger Bo Summers mit vielen deutschen Ansagen stellte sich und seine Mannen dann auch als die swulen Dänen Illdisposed vor, das macht er wohl öfter so. Musikalisch sehr solide gab es amtliches Todesblei um die Ohren geschleudert, die Menge jubelt und geht steil, so soll es sein. Zwischendurch ein Seitenhieb auf die "swulen Volbeat" und weiter gings im Text. Da ich übrigens von gar keiner Band auch nur irgendwas kannte (ich habe lediglich ein
Six Feet Under-Album) kann ich auch keine Titel nennen.

Um 1:00 Uhr war dann auch endlich die Zeit gekommen und nach vereinzelten S-F-U-Rufen betraten auch die Amis um das Tier Chris Barnes die Bühne. Der Mann hat ja Dreads bis zum Boden (weiß einer wie lange die schon wuchern?) und so vernahm man auch ein einzelnes "Schneide dir mal die Haare!" aus dem Publikum. Nichtsdestotrotz machten die Jungs da weiter wo Illdisposed aufhörten, nämlich mit amtlichem Deathmetal. Leider übermannte mich mitten im Auftritt eine dermaßen abartige Müdigkeit, dass ich die letzte dreiviertel Stunde eher im Halbschlaf wahrnahm. Das von mir erwartete (aber wahrscheinlich schon total ausgedüdelte) TNT wurde nicht gespielt, das hätte ich wenigstens gekannt, aber es war trotzdem ein sehr gelungener Abend bei dem man auch ordentlich die Rübe schütteln konnte.

Um halb drei war ich dann auch endlich im Bett...